Ich gehe in meiner Yogaklasse immer in die vordere rechte Ecke. Ich sitze im Flugzeug meist am Gang. Wenn ich unterwegs bin, nehme ich oft die gleichen Hotels.

Wenn man mich im Thomann-Riemann-Modell (Dauer-Wandel / Nähe-Distanz) aufstellen würde, dann extrem weit im Wandelbereich. Wobei wir natürlich wissen: Das Modell beschreibt nur zwei Dimensionen einer Persönlichkeit und Menschen sind deutlich komplexer.
Trotzdem passt das Bild ganz gut zu mir.
❤️ Ich mag Veränderung.
❤️ Ich liebe stetige Entwicklung und ständiges Lernen.
❤️ Neue Ideen wecken Enthusiasmus und geben mir Energie.
Manche ehemalige Kolleg:innen nennen mich daher manchmal liebevoll„Mrs. Change“.

Allerdings gilt: Auch Menschen, die Veränderung mögen, brauchen Dinge, die bleiben. Wir brauchen das alle. Denn Veränderung kostet Energie. Nicht nur in unseren beruflichen Rollen, sondern im ganzen Leben.
Unser Gehirn arbeitet permanent daran, Sicherheit und Vorhersagbarkeit herzustellen. Forschung aus der Neuropsychologie zeigt seit Jahren, dass Routinen und Vorhersagbarkeit unser System entlasten. Das Gehirn muss weniger Entscheidungen treffen, weniger Unsicherheit verarbeiten, weniger Energie aufwenden. Und genau deshalb erschöpft uns dauerhafte Veränderung irgendwann. Das hat definitiv nichts mit „Nicht wollen“ zu tun.
Unser Energieverbrauch steigt einfach, wenn permanent alles neu ist: neue Prozesse, neue Rollen, neue Teams, neue hoffentlich explizite Ziele und implizite Erwartungen, neue Tools, neue Dynamiken. Irgendwann fehlt schlicht die Energie.

Deshalb ist es so wichtige, dass wir in Veränderungsprozessen folgende Frage stellen sollten:
🌟 Was muss bleiben, damit Veränderung möglich wird? 🌟

(Und das kann eine Menge sein: Rituale, Beziehungen, Werte, Gewohnheiten, Räume für Sicherheit und Orientierung, so viel mehr…)

Gerade Menschen, die sich weniger stark im Wandelbereich verorten, brauchen diese Stabilitätsanker oft noch bewusster. Und ganz ehrlich: Selbst die mit hoher Veränderungsenergie kommen ohne sie nicht weit.
„Change-Ability“ entsteht dort, wo genug „St-Ability“ da ist, damit Menschen sich überhaupt auf Neues einlassen können.

Und manchmal beginnt genau das mit einer Yogamatte vorne rechts. So wie gestern wieder 🧘‍♀️

Was sind eure Dinge, die bleiben sollten?
Und wie oft stellt ihr in euren Change-Prozessen wirklich die Frage:
„Was sollte bleiben?“

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