„Jede Veränderung ist immer eine psychobiologische. Das heißt, kein Mensch kann sich psychologisch verändern und es gleichzeitig auch in seiner Hardware, in seiner Funktionalität, sich ebenfalls Dinge verändert hätten. Das heißt, ich mache neue Erfahrungen oder ich bewerte Dinge anders. Dann muss ich auch die Architektur in meinem Gehirn mitwandeln, die ja genau diese Erfahrungen, diese Bewertungen repräsentieren.“
Sprich: Wir verändern Gehirne, wenn wir Veränderungen in Organisationen anstoßen. Danke für dieses schöne Zitat Damir del Monte im Paperwings Podcast von Danny Herzog-Braune, MBA.
Sowohl die neue Podcastfolge und noch viel mehr das Buch kann ich mehr als empfehlen (und hab es in den letzten Wochen bereits in Trainings eingebaut).
Ich habe selbst die Neuroscience-Ausbildungen bei Damir gemacht und mache dieses Jahr noch Vertiefungen und kenne viele der Modelle und Zusammenhänge bereits. Dennoch hat mich „Ein Date mit meinem Gehirn“ nochmal zusätzlich sehr beeindruckt.
Vor allem, weil das Buch etwas schafft, was im Kontext von Neuroforschung selten gelingt: Es verbindet kompakte wissenschaftliche Tiefe mit gesellschaftlichem Kontext in einer Sprache, die Menschen wirklich erreicht.
Und genau darin liegt für mich die Relevanz für Führung und Organisationsentwicklung.
Wir sprechen in Unternehmen permanent über Transformation, Kulturwandel, KI oder Zusammenarbeit. Gleichzeitig reagieren viele Menschen in Veränderungsprozessen mit Überforderung, Ärger oder Erschöpfung.
🧠Unser Gehirn arbeitet vor allem energiesparend und sicherheitsorientiert.
💡Bekannte Muster geben Orientierung.
☕️Wiederholungen stabilisieren neuronale Netzwerke.
❤️Bewertungen und Erfahrungen werden biologisch gespeichert.
Sobald sich Arbeitsweisen, Rollen oder soziale Dynamiken verändern, entsteht deshalb erst einmal ein erhöhter Verarbeitungsaufwand im Gehirn. Genau deshalb reichen rationale Erklärungen in Veränderungsprozessen oft nicht aus.
Menschen brauchen
⭐️emotionale Einordnung.
⭐️Wiederholung.
⭐️Beteiligung.
⭐️Erfahrungsräume.
⭐️Gefühlte Sicherheit.
Und Führungskräfte, die verstehen, dass Verhalten immer auch neurobiologische Regulation ist.
Das ist daher auch immer wieder Teil meiner Vorträge und Trainings.
Das Buch erklärt auf andere Weise, warum manche Teams unter Druck in alte Muster zurückfallen, warum Veränderung Zeit braucht, wie Lernen wirklich funktioniert.
Der Podcast von Danny bringt viele Gedanken daraus großartig auf den Punkt. Und gleichzeitig würde ich wirklich jedem empfehlen, auch das Buch selbst zu lesen.
Gerade für Menschen, die Veränderung begleiten, Teams führen oder Organisationsentwicklung gestalten, entsteht daraus unglaublich viel praktischer Transfer für den Alltag.
Welche neuropsychologischen Zusammenhänge erlebt ihr in Veränderungsprozessen besonders häufig?
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