Eine These, die wir letztens im Führungskräfteseminar intensiv beleuchtet haben.
Wir leben in einer Zeit, in der Autonomie, Selbstverwirklichung und Individualität in unserer Gesellschaft hohe Werte sind. Zu Recht. Und gleichzeitig beobachten wir gesellschaftlich: Je stärker das Ich betont wird, desto mehr kämpfen wir mit den Nebenfolgen.
Einsamkeit. Soziale Fragmentierung. Sinkendes Vertrauen. Psychische Erschöpfung. Konkurrenz statt Kooperation. Interpersonelle Konflikte.
Im Training haben wir auf die psychologischen Grundbedürfnisse nach Grawe geschaut: Sicherheit, Zugehörigkeit, Autonomie & Selbstwirksamkeit, Lustgewinn & Unlustvermeidung. Und ihre Auswirkungen auf Leistung.
Und vor allem auf die Spannungen (und Flexibilität) dazwischen. Und wir wie das führen können.
Menschen wollen beides:
🌟gesehen werden UND dazugehören.
🌟Freiheit leben UND verbunden bleiben.
🌟 individuell leisten und wirksam sein können UND Teil von etwas Größerem sein.
Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Herausforderung heutiger Organisationen und Führung: nicht zwischen Ich und Wir zu wählen, sondern beides intelligent auszubalancieren.
Ich glaube (und die Forschung stützt da):
Leistungsfähige Organisationen brauchen ein priorisiertes Wir. Als tragende Struktur. Denn Vertrauen, psychologische Sicherheit, Konfliktfähigkeit und Kooperation entstehen in Resonanz.
Autonomie braucht soziale Infrastruktur. Das Ich wird langfristig nur dort leistungsfähig bleiben, wo es ein stabiles Wir gibt, das Unterschiedlichkeit tragen kann. Eine große Aufgabe von Führung bleibt es, auch Zugehörigkeit zu organisieren in einem wertschöpfenden Raum und Rahmen.
Denn während viele gesellschaftliche Räume für Gemeinschaft schwächer werden, habe ich das Gefühl, dass der Arbeitsplatz für viele Menschen zur zentralen Übungsstätte fürs Wir wird.
Wie siehst Du das?
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