Das gute alte schwarze Brett. Dies hier wird seit 1988 nicht mehr genutzt, dennoch ist es an sich kein Relikt. Es ist ein guter Kommunikationsraum – wenn wir ihn richtig nutzen.
Dieses schwarze Brett hängt im wirklich sehenswerten Weltkulturerbe Rammelsberg auf dem Weg zwischen Kaue und Stollen. Ich bin extra noch mal zurück fürs Foto, bevor wir Untertage sind. Denn als Medium bleibt es aktuell.
Ja, auf den ersten Blick ist es ein klassisches Sendemedium. Informationen werden aufgehängt und gelesen (oder auch nicht ;-). Ende der Geschichte.
Oder eben nicht. Denn Kommunikation entsteht durch das, was wir aus dem Medium machen.
Hängen dort zusätzlich Stifte, Post-It’s oder Frage-Karten für Feedback, Fragen oder Ideen, wird aus einem schwarzen Brett plötzlich ein Dialogmedium und Ideenfortträger. Besonders am Platz der Schichtübergabe (und nicht nur im Vorbeigehen), im Pausenraum oder auch an anderen „Warteplätzen“ ist es super. Gerade im Produktions- und Schichtbetrieb ist das häufig wirkungsvoller als jede weitere App. Weil Kommunikation dort stattfinden sollte, wo Menschen ohnehin zusammenkommen und täglich sind. Ich nenne das gerne die “Point of Communication”-Logik. Aus dem Handel kennen wir den Point of Sale: Dort, wo Kaufentscheidungen fallen, wird kommuniziert.
Für interne (Change- und Führungs-)Kommunikation gilt etwas Ähnliches: Dort, wo Menschen ihren Arbeitsalltag verbringen, entstehen Aufmerksamkeit, Austausch und Beteiligung.
Genau deshalb ein gut gestaltetes analoges schwarzes Brett, ein Kaffeemaschinenplakat oder ein Austauschrahmen im Fahrstuhl wirksamer als die zehnte digitale Plattform. Und ja: mit vielen Standorten ist es auch immer ein wenig aufwändiger als Kommunikatorin, man braucht helfende Hände und vor allem mitdenkende Köpfe am Standort, die sich kümmern. Da hilft ein Danke, viel Vertrauen und immer mal wieder sich selbst auf den Flächen sehen lassen (sprich: raus aus dem Schreibtischstuhl).
Entscheidend ist nicht analog oder digital. Entscheidend ist, ob Kommunikation Menschen erreicht.
Wie nutzt ihr das gute alte schwarze Brett?
Ist es bei euch eher Pflichtprogramm oder bewusst gestalteter Kommunikationsort? Welche besonders kreativen bis verlässlich wiederholbaren Ideen funktionieren bei euch besonders gut?
Ich freue mich auf Eure Ideen und den Austausch und verschwinde bis dahin wieder in den eiskalten Teich am Bergwerk bzw. in das nächstgelegene Freibad im Harz im Urlaub.