Change Fatigue fühlt sich an wie ein Hochgebirgsmarsch in Turnschuhen

Du startest gut ausgerüstet. Proviant für den Tag, Wanderschuhe geschnürt, 1.000 Höhenmeter geplant. Dann der erste Anstieg – perfektes Tempo, es läuft. Doch kaum oben angekommen, ruft jemand von hinten: „Da kommt noch was!“ Und zack, kommen nochmal 500 Höhenmeter drauf. Und dann nochmal. Und nochmal.

Willkommen in der Transformationsfatigue. So fühlt es sich an.

Britt Andreatta, PhD hat in ihrem Buch „Wired to Resist“ die klassische Change-Kurve kurzerhand auf den Kopf gestellt ( 📕 Buchtipp) – und daraus ein Bergpanorama gemacht.

Ihre These: Wir planen ein Changeprojekt wie eine einzige Wanderung in die Berge. Doch in Wirklichkeit stapeln sich die vielen Change- und Transformationsvorhaben im Unternehmen im Laufe der Wanderung oder Reise zu einem Hochgebirge. Ohne Zwischenpausen. Ohne neue Ausrüstung. Und irgendwann stehen Teams in der hochalpinen Zone – mit dünner Luft, brennenden Waden, vor allem fehlender Ausrüstung und erschöpftem Geist und Energiereserven. Da darf bloss nichts zusätzliches Unvorhergesehenes passieren.

Dazu kommt: Die technologische Transformation, vor allem durch KI, beschleunigt das Tempo weiter. Ein spannender Artikel bei TechRadar nennt das treffend die „Transformation Fatigue“ – die stille Barriere auf dem Weg zum AI-Erfolg. Denn auch wenn KI Lösungen verspricht, erzeugt sie erst einmal Unsicherheit, Kompetenzdruck und emotionale Erschöpfung.

Was hilft?

🧭 Orientierung schaffen – nicht jede „Innovation“ ist ein Muss.

🥾 Etappenziele benennen – kleine Erfolge feiern, statt nur Gipfelziele zu jagen. Hüttenübernachtungen sind auch im echten Leben eine tolle und zumeist nahrhafte Auftankstation (Kaiserschmarrn, anyone?).

🧘‍♀️ Regeneration ernst nehmen – Pausen sind kein Luxus, sondern notwendig für jeden Leistungsabruf. Insbesondere wenn es mal länger dauert. Das sagt einem jede:r Leistungsportler:in und definitiv auch die Bergsteigenden im Freundeskreis.

💬 Emotionen Raum geben – Fight, Flight, Freeze sind normale Reaktionen auf Dauerstress. Emotionen nicht abtun, sondern aktiv damit als Wegweiser und Datengeber arbeiten.

🧠 Circle of Control anwenden – Was kann ich beeinflussen? Wo verliere ich Energie? Und: Konsequenzen fürs eigene Wohlbefinden ziehen. In Turnschuhen hochalpin zu gehen ist purer Wahnsinn (Florian und ich sehen auf unseren Wanderungen dennoch immer mal wieder Menschen im alpinen sogar mit FlipFlops 😉 )

👉 Führung heißt auch: Luft holen lassen. Orientierung geben. Vor allem: Teams ausreichend ausrüsten, grad wenn sich Touren aka Change verändern oder mehr und anstrengender werden. Und vor allem den Mut zu haben, eine Route zu streichen und vor dem Gipfel umzukehren. Das ist weise.

Wie gehst du mit Transformation Fatigue um? Welche Methoden helfen dir?

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