In Change-Projekten reden wir oft über Visionen, Ziele oder Pläne. Was jedoch viel zu selten auf der Agenda steht: die Ressourcen, um diese Veränderung auch nachhaltig umzusetzen.

Prof. Dr. Carsten C. Schermuly hat kürzlich eine beeindruckende Meta-Meta-Analyse von Albarracín et al. (2024) geteilt:
147 Meta-Analysen wurden ausgewertet – und eine Erkenntnis sticht heraus:
📌 Der Zugang zu relevanten Ressourcen zeigt mittelstarke Effekte auf die Verhaltensänderung.

⭐ Mit anderen Worten: Wenn Menschen das bekommen, was sie für das Zielverhalten brauchen, steigen die Erfolgschancen deutlich – gerade in Veränderungsprozessen.

„Das eine machen, ohne das andere sein zu lassen.“ Dieser Managementspruch ist in Veränderungen wahrlich nicht zielführend. Veränderungen kosten Energie. Und dieses Wissen sollte sich auch darin wiederfinden, wie wir Projekte gestalten und ausstatten. Budget einplanen – und zwar nicht für die Strategieberatung am Anfang, sondern vor allem für die lange Strecke der Umsetzung. Und: Ressourcen sind nicht nur Budget. Oft ist Zeit der knappste Rohstoff in der Arbeitswelt.

⏳ Zeit können wir schaffen, indem wir
💫 Aufgaben streichen oder verschieben (ich liebe Papierkorb-Übungen mit dem Team. Oder Dinge einfach mal weglassen und warten bis es auffällt.)
💫 bewusst Prioritäten neu setzen. Fokus heisst: maximal (!) drei Dinge. Besser ist EIN Fokus. Und nicht 50 Projekte parallel.
💫 „Backfilling“ betreiben – zum Beispiel temporäre Kräfte oder Dienstleistende einsetzen
💫 neue Mitarbeitende für Übergangsphasen in Veränderungen schon weit vorab einstellen (vor allem, wenn einem bewusst ist, dass Menschen in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen werden, natürlich nur wenn es budgetär abbildbar ist)
💫als Führungskraft über Tandemlösungen, verteilte Führung(-saufgaben) und andere kreative Lösungen auch für sich selbst nachdenken. Denn Change und Kommunikation ist Führungsaufgabe und viele Dinge können wir Profis euch im eigentlichen Tun nicht abnehmen. Und Erholung braucht es für mentale Stärke und eigene Energie in Veränderungszeiten auch.

💴 Und ja – es kostet. Doch ohne diese Investition ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Change-Projekt auf halber Strecke liegen bleibt.

Veränderung heißt: Rahmenbedingungen so gestalten, dass Menschen ins Handeln kommen können – statt auf dem Papier und mit Lippenbekenntnissen Veränderung zu planen und nur zu hoffen, dass alles gut wird.

Wie gehst du in deinen Projekten mit der Ressourcenthematik um? Und wo setzt du Prioritäten, damit Veränderung nicht nur startet, sondern wirklich ankommt?

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