Von außen erkennen wir Muster leicht – im System (und zu Hause) ist es ungleich schwerer – oder „Wie ist das Wasser heute?“
Letztes Wochenende stellte mir meine liebe Freundin Sabrina (und ab morgen die kanadische Gastmama unseres großen Sohnes) eine scheinbar simple Frage:
👉 „Welche Regeln und Prinzipien habt ihr eigentlich in eurer Familie?“
Als Organisationsentwicklerin sehe ich in Unternehmen schnell, was läuft und was nicht: unausgesprochene Regeln, Brüche in Prozessen, gelebte Werte. Doch zu Hause? Da wurde es mir mal wiederklar, wie schwer es ist, Selbstverständlichkeiten aus der Innensicht zu benennen. Und ich fühle noch mal wieder ein Stückchen mehr mit meinen Kund:innen 😉
„Moin Jungs, wie ist das Wasser heute?” fragt der alte Fisch zwei jüngere Fische im Vorbeischwimmen. “Was ist Wasser?” fragt der eine jüngere zum anderen, als der alte Fisch außer Hörweite war. An die Anekdote musste ich mich sofort erinnern.
Die offensichtlichen Regeln waren einigermaßen schnell aufgezählt. Doch das Unsichtbare – unsere Werte, Glaubenssätze, Emotionen, implizite Regeln, Erfolgskomponenten der Hinterbühne und das, was uns wirklich prägt – war eine andere Hausnummer. Fast eine Stunde schrieb ich sie auf und anschließend diskutierten Florian, Mio und ich als Familie: „Was macht uns aus? Was ist uns wichtig? Und was ist es nicht?“
Ich musste an Edgar Scheins Kulturmodell denken: An der Oberfläche des Eisbergs sichtbar, darunter verborgen – und genau da liegt das Entscheidende. Wir schwimmen in unserem eigenen Wasser, und merken es oft nicht.
Und genau das ist auch im Unternehmenskontext so wertvoll:
💫 Von innen ist Kultur schwer zu greifen, weil sie selbstverständlich wirkt.
💫 Erst durch Reflexion oder den Blick von außen werden Muster sichtbar.
💫 Das Unsichtbare prägt stärker als jede Prozessbeschreibung.
Darum mein Impuls für Euch als Führungskräfte: Holt euch Spiegel von außen, stellt einfache, fast banale Fragen und sprecht nicht nur über explizite Regeln, sondern auch über das Zugrundeliegende, Implizite und Werte. Vor allem: fragt mal die ganz neuen Mitarbeitenden über was sie so stolpern.
Wann hattest du zuletzt das Gefühl, wie der Fisch im Wasser zu schwimmen?
Und welche Fragen haben dir geholfen, das Unsichtbare sichtbar zu machen?
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Foto: FluxLoRa (ich arbeite weiterhin an der Tauchermaske im Prompt ;-))