Diese Frage begleitet mich heute Nachmittag wieder in ein Entscheidungscoaching zu Karriere- und Lebenswegen. Und wie so oft zeigt sich: Je mehr Möglichkeiten da sind, desto komplexer wird es. Nicht leichter.

Vielleicht auch, weil Entscheidungen nie nur rational sind. Und nicht im luftleeren Raum mit nur Blick auf mich stattfinden.

🧳 Ich habe heute für zwei Stunden Coaching Minimum fünf Methoden ausgedruckt im Gepäck und noch mehr im Kopf.
Nicht, weil ich sie alle „abarbeiten“ will, sondern weil ich sehr situativ entscheide, was dieser Mensch jetzt wirklich braucht.

Momentan ganz weit oben:
• das Tetralemma (bei mir auch als Bodenanker im Kartenset)
• das innere Team und innere Anteile, besonders bei emotional herausfordernden Entscheidungen
• Fantasie- oder Mentalreisen, sehr kraftvoll (wie im Fall in unserem Buch „Coaching hautnah“)
• die Ressourcenpyramide nach Robert Dilts, um intuitive Handlungsspielräume zu öffnen

Denn wir wissen seit Antonio Damasio:
Entscheidungen sind immer emotional geprägt. Punkt.

Deshalb arbeite ich fast immer auch auf der Bedürfnisebene. Mit den neuropsychologischen Grundbedürfnissen nach Klaus Grawe und dem Motivkompass von Dr. Dirk W. Eilert .

Die Frage lautet dann nicht mehr nur:
„Was ist richtig?“ sondern:
„Welche Bedürfnisse sollen in meinem Leben wodurch in welchem Maße erfüllt sein?“

Und genau dort entsteht oft wieder Kreativität. Das kennen wir aus der Konfliktmoderation: Wenn wir vom Sachthema über Emotionen zu Bedürfnissen gehen,
wird der Lösungsraum größer.

✨Was mich aktuell besonders beschäftigt:

Viele Menschen fürchten nicht die Entscheidung an sich, sondern die soziale Bewertung danach.

Ich begleite gerade jemanden, der eine Entscheidung getroffen hat, bei der völlig klar war:
Egal wie sie ausfällt – sie wird Trauer auslösen. Und wir haben genau darüber gesprochen:

Über Trauer.
Über Ambivalenz.
Über das gleichzeitige Vorhandensein von angenehmen und unangenehmen Gefühlen.

Was viele kaum aushalten können. Dieses Narrativ:
„Du hast dich doch entschieden, also darf es sich nicht mehr schwer anfühlen.“

Doch genau das ist oft das Gegenteil von Reife. Eine bewusste Entscheidung kann unangenehme Emotionen mit sich bringen.
Und sie bleibt trotzdem stimmig. Vielleicht sogar gerade deshalb.

Was wir stattdessen brauchen, ist eine andere Art der Begleitung:
• Nicht bewerten. Nicht urteilen.
• Fragen wie:
„Welche Gründe haben dich zu dieser Entscheidung geführt?“
„Welches Bedürfnis zeigt sich hier gerade?“
• Da sein. Mitgehen.
• Und auch mal gemeinsam unangenehme Gefühle halten.

Denn:
Eine Entscheidung wäre keine Entscheidung,
wenn nicht Emotionen, innere Anteile, Rollen in Systemen und Widersprüche mit am Tisch säßen.

Wie gehst du mit Entscheidungen um, die sich gleichzeitig richtig und schmerzhaft anfühlen?

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