Stell dir vor, 500 Menschen hören zu – und keiner sagt was. Willkommen bei der Betriebsversammlung.
Klingt vertraut?
In meiner Zeit in der Internen Kommunikation hörte ich oft von Vorständen oder Führungskräften:
„Da fragt eh keiner.“
„Es sind immer nur dieselben drei, die sich trauen.“
„Große Gruppen – das bringt halt nix für Dialog.“
Heute sage ich: Das ist kein Kommunikationsproblem. Das ist ein Designproblem.
Denn wer sich in einer anonymen Masse allein vor 500 Kolleg:innen äußern soll, muss verdammt mutig sein – oder Teil der „üblichen drei Verdächtigen“ (danke, dass es euch gab und gibt, sonst wäre noch weniger ausgesprochen worden).
Und doch erwarten wir genau das regelmäßig bei Betriebsversammlungen, Town Halls oder großen Info-Sessions.
🎯 Dabei geht es anders. Und besser.
Was hilft?
✅ Murmelgruppen direkt nach einem Impuls: Zwei Minuten mit dem Sitznachbarn austauschen – und erst danach gemeinsam Fragen in der Q&A-Runde stellen.
✅ One-Two-Four-All aus der Liberating-Structures-Toolbox: Erst eine Minute still über eine Frage oder ein Thema nachdenken, dann zu zweit austauschen, anschließend in Vierergruppen, und am Ende Fragen oder Erkenntnisse im Plenum teilen. Holt übrigens auch immer die Introvertierteren unter uns ab, die gerne mal eine Minute Zeit zum Nachdenken haben.
✅ One-Thought, One-Word, One-Wish, One-Question:
(Ziel: Persönliche innere Reaktion sortieren – ohne zu stark ins Persönliche zu gehen)
Fragenrunde (schriftlich oder mündlich):
🔹 One thought – Was war mein erster Gedanke beim Input?
🔹 One word – Welches Wort beschreibt mein aktuelles Gefühl zum Wandel?
🔹 One wish – Was wünsche ich mir in diesem Veränderungsprozess – für mich, mein Team oder das Projekt?
🔹 One question – Welche eine Frage müsste beantwortet werden, damit ich mich gut auf die Veränderung einlassen kann?
👉 Erst 1–2 Minuten stille Reflexion – gerne mit Notizen. Dann Austausch in kleinen Gruppen (z. B. mit den Sitznachbarn, vor und hinter einem). Und erst danach die Fragerunde im Plenum öffnen. Übrigens: auch online mit Break-Outs möglich, ein Teams-Live-Event verhindert das eher allerdings im Design.
Und dann? Dann kommt oft richtig viel. Und richtig Gutes.
🎲 Und: Diese Würfelmikros zum Werfen? Nicht nur witzig – sondern auch psychologisch wertvoll. Viel einfacher, als aufzustehen und zum Mikro zu laufen.
Gute Beteiligung beginnt nicht mit dem Mut der Einzelnen – sondern mit dem Mut, das Format zu verändern.
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