„Immer müssen wir alles alleine machen!“
„Warum trifft es eigentlich immer uns?“
„Es interessiert doch sowieso niemanden, was wir sagen…“
Kommen dir solche Sätze bekannt vor?
Viele Führungskräfte rollen innerlich mit den Augen: „Schon wieder Gejammer …“
Und ich gestehe: mir geht es genauso – als Person.
In meinem Manual-to-me-Post (Link unten) habe ich offen geschrieben, dass ich Dauerjammern nicht mag in der Zusammenarbeit.
Dieses „eigentlich will ich Nähe – aber ich jammere mir die Zugehörigkeit zusammen“-Ding nervt mich persönlich. Selbst wenn ich als Profi weiß, woher es kommt, fällt es mir in meiner eigenen Regulation im eigenen Team schwerer, damit geduldig zu bleiben und vor allem das Zugehörigkeitsbedürfnis zu erfüllen. Geht es euch da ähnlich?
Das Spannende ist ja: Jammern ist kein Zeichen von Schwäche.
Es ist ein urzeitliches Sozialsignal:
👉 „Seht mich, hört mich, nehmt mich in die Gruppe!“
In Herdenkulturen war es überlebenswichtig, Aufmerksamkeit zu bekommen.
Heute aktiviert Jammern unser Bindungssystem (Oxytocin, ventraler Vagus).
Es zeigt: Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Anerkennung. Die Integration ist gerade nicht erfüllt.
Was hören wir in Organisation:
„Wir sitzen immer am Katzentisch.“ → Wunsch nach Sichtbarkeit.
„Keiner fragt uns.“ → Bedürfnis nach Anerkennung.
„Früher hat das auch nie funktioniert…“ → Ruf nach Wertschätzung der früheren Erfahrungen.
Jammern wirkt ansteckend: Ein Teammitglied beginnt, andere stimmen ein – eine Spirale, die Energie zieht und Innovation blockiert. Deswegen mag ich Conveys Circle of Influence – gejammert maximal über den inneren Kreis.
Transformationspfad:
Adaptive Stimme (Zweck erfüllt): Jammern signalisiert Hilfsbedürftigkeit → Nähe entsteht.
Maladaptive Stimme (blockiert, Schatten): Dauerjammern → Abwehr, Isolation, Blockaden.
Transformativ verändern: Aus Jammern wird eine klare Bitte:
👉 „Ich brauche Unterstützung bei…“
👉 „Ich wünsche mir Beteiligung an…“
Praxisimpulse für den Alltag:
👉 Im Coaching: Stimme externalisieren, Bedürfnis sichtbar machen, in Bitte übersetzen.
👉 In Führung: Verstehen: „Diese Person will dazugehören.“
👉 In Change: Klage = Signal für fehlende Beteiligung → etwa Feedback- und Dialogformate schaffen.
Ja – ich mag Dauerjammern nicht. Zu wissen, dass es in Wahrheit ein Ruf nach Bindung ist, macht den Unterschied. Denn dann können wir andere Wege gehen und Menschen unterstützen, ihr Bedürfnis klarer und konstruktiver zu zeigen.
Welche „Jammer-Stimmen“ hörst du in deinem Alltag – und wie gehst du damit um?
👉 Dieser Post ist Teil meiner Serie zu den 8 Archetypen der inneren Sprache.
Warum ich das Modell entwickelt habe? Weil genau diese Stimmen zeigen, was Menschen im Coaching, in Führung und in Change wirklich brauchen – meldet euch gern für Keynotes, Workshops, Fortbildungen & Organisationsbegleitung.
Im sehr ausführlichen Artikel findest du das ganze Modell (Link im Kommentar).