Viele Kommunikation- und Beteiligungsformate gehen davon aus, dass alle Mitarbeitenden über Laptop, Smartphone und stabile Internetverbindung verfügen. Oder sich einfach einen ganzen Tag zum Workshop rauslösen können. Doch was ist mit den Kolleg:innen im langfristig geplanten Schichtdienst – in der Produktion, in der Logistik, in Pflege oder Service?

Genau dort, wo Wertschöpfung direkt passiert, fehlen oft digitale Zugänge. Und spontane Ganztags-Workshops gehen nicht, die brauchen Freischichtplanung und Ersatzkräfte. Und trotzdem sind gerade diese Menschen entscheidend, wenn es um co-kreative Werte- und Kulturentwicklung geht, insbesondere wenn die Schichtarbeitenden die Mehrheit des Unternehmens stellen.

🔎 Meine langjährige Erfahrung aus der Praxis: Co-Kreation in regional verteilten Teams funktioniert auch ohne digitale Tools. Vieles haben wir uns damals von den Lean-Teams abgeschaut und für uns umgebaut. (Und natürlich freuen wir uns über dialogische Mitarbeiter-Apps auf privaten Endgeräten, aber oft ist das Utopie). Grad erst letztens hatten Katharina Krentz und ich einen Austausch dazu und haben unsere Praxiserfahrungen aus Produktionsfirmen für eine Ausschreibung zusammengetan:

Konkrete Tipps:
⭐ Metaplanwände und Karten im Pausenraum machen Ideen sichtbar – für alle, jederzeit.
⭐ Asynchrones Feedback über Post-its: Jede Schicht kann ihre Perspektiven hinterlassen, die nächste ergänzt. Verschiedenfarbige repräsentieren Start – Stop – Continue oder andere Ideen.
⭐ Mini-Impulse im Schichtwechsel: 5 Minuten für Reflexion oder ein Mikro-Resonanzformat wirken nachhaltiger, als man denkt. Muss natürlich eingeplant werden in den Produktionsablauf.
⭐ Resonanz in der Mittagspause: Statt Meeting-Marathon reichen oft kurze, wertschätzende Feedbackrunden. Geh dahin, wo alle sind.
⭐ Beauftragte in Werken und Regionen als erweitertes Change Team zusammenstellen – die dienen auch als Resonanzverstärker in und für die Schichtteams

Das Entscheidende: Wir begegnen Menschen dort, wo sie arbeiten – und schaffen Räume, in denen jede Stimme zählt. Wichtig finde ich auch, in Großgruppenformaten mit Führungskräften Führungsebenen bis zu:r/m Meister:in und Schichtleiter:in dabei zu haben (die sind ja meist eh längerfristig geplant). Und das Thema einfache Sprache zu nutzen. Da kommt in der Strategieumsetzung gleich eine ganz andere Power.

Für Führungskräfte bedeutet das: weniger PowerPoint, mehr Post-Its; weniger Calls, mehr Begegnung. So entsteht echte Partizipation – auch jenseits von Bildschirmen. Und ihr wisst ja: F.R.O.G (Firmenrundgang ohne Grund) geht immer in Veränderungen.

💡 Frage an dich: Welche Formate nutzt du, um Menschen ohne digitalen Zugang in Veränderungsprozesse einzubinden?

Hashtagleadership Hashtagchange Hashtagführung Hashtagorganisationsentwicklung Hashtagpartizipation

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