Lernen sucht man sich nicht immer aus. Manchmal rempelt es dich einfach an.
Bereits jetzt mein Wort der Woche: Lernsignale.
Danke an Holger Heinze und die inspirierende OKR-Podcastfolge, die ich auf dem Weg zu einem Kunden gehört hab. Jetzt bist du schon das zweite Mal diese Woche verlinkt in meiner Timeline. Die Steilvorlage MUSSTE ich allerdings aufgreifen. Du hast einen Begriff ins Rampenlicht gerückt, der oft übersehen wird: Lernsignale.
In Organisationen tauchen sie überall auf:
🔹 Ein Kollege stellt deine Idee in Frage.
🔹 Ein Kunde gibt kritische Rückmeldung.
🔹 Ein OKR aka Ziel wird nicht erreicht.
Was nach Reibung aussieht, ist oft ein Hinweis: Hier liegt Entwicklungspotenzial.
🧠 Der Begriff „Lernsignal“ stammt eigentlichaus der Neuropsychologie: Unser Gehirn kann Irritationen, also Abweichungen von der Erwartung, als potenzielle Lernmomente registrieren. Da passieren dann ganz viele Dinge im Hirn (synaptische Verbindungen, bessere Signalweitergabe, erweiterte Speicherstrukturen) ohne das wir es vielleicht bewusst mitbekommen. Die Krux: Eine Abweichung der Vorherhersage bedeutet erst mal Stress (ganz biologisch natürlich, zumindest erinner ich mich da lebhaft an einige Folien von Damir del Monte in unserer Neuroscience-Ausbildung). Stress bedeutet dann erstmal meist Abwehr statt nützlicher Neugier und einem Hirnzustand im Forschergeist.
Was hilft also, um Raum zwischen dem Lernsignal (=Reiz) und Reaktion zu schaffen?
⭐️ Zeit geben. Atmen. Boden spüren. Blick kurz ändern.
⭐️ Kognitive Umdeutung: Nicht „Ich hab was falsch gemacht“, sondern „Hier steckt ein Hinweis“. Braucht etwas Übung.
⭐️ Emotionale Distanz: Erstmal beobachten statt reagieren. Was ist das für eine Emotion? Welches Bedürfnis steckt dahinter? Was brauche ich jetzt? In mir? Von anderen?
⭐️ Reflexion und Teilen im Team: Was löst das bei mir aus? Und warum? Das geht nicht dir allein so. Wie können wir zusammen leichter mit Lernsignalen umgehen.
Führung beginnt dort, wo wir lernen, nicht sofort in Verteidigung zu gehen.
Wer Lernsignale erkennt – bei sich und anderen – schafft Räume für Entwicklung statt Eskalation. Besonders in Transformationsprozessen sind diese Mikro-Momente entscheidend.
Denn: Veränderung beginnt selten mit Zustimmung, aber oft mit Irritation.
Was sind für dich Lernsignale?
Was brauchst du, um sie als Chance zu sehen?
Und ganz konkret:
Was war dein persönliches Lernsignal in dieser Woche?
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