Als ich vor über zehn Jahren das Modell der psychologischen Grundbedürfnisse nach Klaus Grawe entdeckte (Konsistenztheorie), war das für mich ein Gamechanger. Damals noch als interne Organisationsentwicklerin und Changeexpertin. Seitdem ist es mein innerer Kompass in jeder Veränderung. Und mittlerweile auch der für Führungskräfte, die wir begleiten.

📍Orientierung, Sicherheit
📍Bindung,
📍Selbstwerterhöhung, Autonomie
📍Lustgewinn & Unlustvermeidung

– das sind die Grundbedürfnisse, die laut Grawe unser Verhalten maßgeblich steuern (Buchtipp: Neuropsychotherapie) Und ja: Im Change können wir sie nicht immer alle gleichzeitig erfüllen. Manchmal müssen wir sie sogar bewusst verletzen. Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Ich habe die vier Bedürfnisse dann noch mit Erkenntnissen aus anderen Modellen angereichert, etwa der Self-Determination-Theory, SCARF oder PsyCap.

Was mich dabei im Denken seit meinen Ausbildungen an der Eilert Akademie | The Science of Emotions besonders unterstützt, ist der Motivkompass von Dirk W. Eilert. (Ich verlinke später in den Kommentaren ein Video dazu). Er macht emotional sichtbar, was in uns wirkt – und bringt Farbe in Grawes Theorie. Plus:
💡 Wir können die Emotionen (grad in Veränderungen) als Wegweiser leichter nehmen: Angst signalisiert, dass Sicherheit fehlt. Wut? Ein möglicher Hinweis auf eingeschränkte Autonomie oder Gerechtigkeitsempfinden. Trauer kann ein Verlust von Zugehörigkeit anzeigen. Freude oder Explorationslust zeigt: Wir sind auf dem richtigen Kurs.

In meinen Change-Begleitungen arbeiten wir daher mit konkreten Maßnahmen, Hebeln und Führungshaltung, um psychologische Grundbedürfnisse zu stärken, etwa:
🔹 Transparenz für gefühlte Planbarkeit und Sicherheit
🔹 Co-Kreation statt „verändert werden“ für Autonomieerleben
🔹 Ressourcen bereitstellen und Entscheidungsmacht für Wirksamkeitserleben
🔹 Rituale & Struktur als (integrativer) Haltgeber
🔹 soziale Räume für Austausch, Integration & Vertrauensaufbau
🔹 Lernangebote als Entwicklung

In einem Change-Workshop mit Führungskräften haben wir letztens passende Maßnahmen für das konkrete Projekt gemeinsam erarbeitet – mit den Grundbedürfnissen und dem Motivkompass als Einstieg, Estatics an der Wand, Facilitape auf dem Boden und vielen Aha-Momenten. Klar könnte ich das vorgeben, allerdings ist es so jedes Mal wieder viel mehr das Ergebnis der Gruppe.

Kleiner Spoiler: Genau aus diesen Erfahrungen entwickel ich gerade mein Metamodell für Führung. Neuropsychologisch fundiert, praktisch anwendbar, wissenschaftlich untermauert, Erfolgsfaktoren anderer Modelle verbindend. Ich freu mich schon, das bald zu teilen und Austausch dazu.

Welche psychologischen Bedürfnisse berücksichtigst du in deinem Führungsalltag – und wie?

HashtagLeadership HashtagChange HashtagFührung HashtagOrganisationsentwicklung

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