Leistungsträger:innen sind wie Sportwagen auf der Rennstrecke. Wehe, es stellt sich ihnen jemand in den Weg.

In den letzten Wochen hatte ich gleich mehrere Coachees mit starkem Leistungsmotiv und hoher Energie. Einige haben Führungskräfte, die sie fördern. Andere wiederum solche, die damit nicht umgehen können. Wie schade.

Susanne Westphal hat mal so schön gesagt:
„Belastend ist, wenn man nicht das Tempo gehen kann, das man gern möchte.“

In meinen Coachings sehe ich dabei spannendes Verhalten, wenn jemand Leistungsträger bremsen will:

👉 Umfahren – im doppelten Wortsinn. Entweder fahren High Performer über einen hinweg. Ohne Rücksicht. Stoppen lassen sie sich kaum. Das geht schon mal ordentlich schief, am Ziel dann doch vorbei, menschliche (Beziehungs-)Kollateralschäden inklusive.

👉 Oder sie umfahren einen leise und elegant, drumherum und verlieren dennoch wertvolle Zeit. Das kann in Führungskräften zu Recht Unsicherheit auslösen.

👉 Eine weitere Option: Sie bremsen plötzlich. Und fahren anschließend nur noch mit angezogener Handbremse. Oder gar nicht mehr. Bore out at its best.

👉 Oder sie biegen komplett ab – und suchen sich eine neue Rennstrecke.

All diese Verhaltensweisen kosten Organisationen oft viel mehr, als ihnen bewusst ist: Innovationskraft, Engagement – und manchmal das wertvollste Talent.

Neuropsychologisch betrachtet liegt die Leistungs- und Stresstoleranz bei High Performern oft höher. Was andere schon überfordert oder Angst auslöst, empfinden sie als perfekten Flow. Da läuft der Motor warm. Diesen Flow als Superressource gilt es zu nutzen. Und gleichzeitig sensibel auf Übersteuern zu beobachten ohne zu bremsen.

Meine Hacks für Führungskräfte:

Führung von High Performern heißt: Die Autobahn freihalten – und für mehr Flow sorgen. Hier hilft Tight-Loose-Tight, das norwegische Führungsmodell:

✅ Tight: Ziele, Effekte, Ressourcen klar zusammen definieren. Fördern und fordern – ohne zu überfordern. „Was brauchst du?“
✅ Loose: Freiraum für eigene Lösungen geben. Durchfahren lassen.
✅ Tight: Rückspiegel-Check: War alles noch im grünen Bereich? Ziele erreicht? Und gleich den nächsten Streckenabachnitt planen.

🔎 Grenzen selbst erkennen lernen lassen:
Frag nicht nur: „Schaffst du das?“ – High Performer sagen fast immer Ja. Nicht ausbremsen, weil es von außen zu viel wirkt.
Lieber: „Woran würdest du merken, dass es zu viel wird?“ oder „Was ist für dich Flow – und was wäre Überforderung oder Belastung?“

🧭 Soziale Balance wahren:
Alle im Team mit ihren spezifischen Stärken würdigen. Transparenz schaffen: Unterschiedliche Geschwindigkeiten im Team sind normal. Alle sind wertvoll. Teamkognition, schlagkräftige Teams bilden, stärkenbasierte Führung. Anerkennung und Wertschätzung helfen, die Balance zu halten.

Welche Tipps habt ihr?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert