Was unser neues Home Office mit Neuropsychologie zu tun hat? Eine ganze Menge.

Wir haben umgebaut. Und wir haben dabei einen meiner Lieblingsplätze neu gestaltet:
Meine Kreativitäts-Ecke.
Ein gemütlicher Sessel zum Füße hochlegen (seit meinem Unfall vor zehn Jahren sitze ich so viel lieber), einen Teil der Fach-Bücher diesmal nach Farben sortiert (danke für die Inspiration Susanne), die Kapla-Box als Tisch, Blick über Hamburg bis zur Elphi. Laptop auf dem Schoß. Gedanken frei.
Direkt daneben: unser klassischer Schreibtisch mit Monitor, Lampen und Docking Station, aufgeräumt. Funktional. Bereit für Trainings, Strategie und Struktur. Und Steuern 😉

Ich wechsle übrigens je nach Aufgabe. (Florian übrigens nicht, der bevorzugt den Schreibtisch ;-).
Ich merke, wie unterschiedlich mein Denken, Fühlen und Arbeiten ist, je nachdem, wo ich gerade sitze.

🧠 Unser Gehirn arbeitet kontextbezogen.
Es verknüpft Orte, Menschen, Gerüche, Gegenstände – mit Emotionen, Zuständen und Erinnerungen.

Das Phänomen hat sogar einen Namen: “Doorway Effect”.
Wenn wir einen Raum verlassen, vergessen wir oft, was wir tun wollten.
Weil unser Gehirn den Kontextwechsel als Abschluss eines Gedankens verarbeitet.
(Studie u. a. von Gabriel Radvansky, Notre Dame University)

💡 Das heißt:
Unser mentaler Zustand ist oft an den physischen Raum gebunden.

Übrigens: Kontext umfasst weit mehr als nur den Raum selbst. Auch Licht, Geräusche, Gerüche oder sogar unsere Stimmung werden Teil des mentalen Gesamtbilds und beeinflussen, wie leicht uns bestimmte Inhalte wieder einfallen.

🚀 Was bedeutet das für Führung, Transformation und Teamarbeit?

→ Räume wirken.
→ Kontexte prägen Verhalten.
→ Veränderung braucht manchmal einfach nur … einen anderen Stuhl (oder eine andere Zimmerpalme, so nenne ich es im Change, wenn in der Verändetungsbegleitung ein Kontextwechsel gut tun würde. Der „Zimmerpalmeneffekt“ ist allerdings noch nicht in die Forschung eingegangen ;-)).
Aus neuropsychologischer Sicht ist das mehr als ein Gefühl: Im Hippocampus feuern sogenannte „Place Cells“, die räumliche Umgebungen direkt im Gedächtnis verankern – unser Denken ist buchstäblich ortsgebunden.

Das Konzept von Activity Based Working greift genau diesen Gedanken auf: Nicht jeder Raum passt zu jeder Aufgabe.
Teams brauchen Zonen: für Fokus, für Begegnung, für Kreativität. Wer dazu mehr wissen mag, schaut doch mal gern rüber zu Diana Winzer und dem Hej Team.
Sie gestalten Arbeitswelten, die Denken, Fühlen und Arbeiten bewusst verknüpfen.

Wie bewusst gestaltest du deine Arbeitskontexte – für dich oder dein Team? Zuhause oder im Büro? Und wie denkt ihr Kontexte im Change mit?
Wo arbeitest du am besten kreativ und wo strukturiert?

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