📁 Stell dir vor, dein Gehirn wäre ein aufgeräumter Aktenschrank. Schemata sind die Register, die Ordnung schaffen. Wenn du neue Informationen bekommst und bereits ein passendes Schema im Kopf hast, dann passiert etwas Faszinierendes: Dein Hippocampus muss nicht mehr alles einzeln sortieren und ablegen. Stattdessen kann die neue Information direkt im Neokortex gespeichert werden – langfristig, stabil, energiesparend. Vorwissen und Schemata entlasten so deinen Kopf und lassen dich noch effizienter lernen.
🧠 Diese Entdeckung stammt aus der neurokognitiven Forschung von Asaf Gilboa et al. (2014), die unter anderem zeigt: Schema-basiertes Lernen reduziert die Belastung des Hippocampus und fördert die Konsolidierung im Langzeitgedächtnis. [„Neurobiology of Schemas and Schema-Mediated Memory“, Trends in Cognitive Sciences, 2014] Danke Damir del Monte fürs Wissenvermitteln dazu letzte Woche.
❓ Doch wie nutzen wir solche Schemata im Führungs- und Veränderungsalltag? In Transformationsprozessen hilft strukturiertes Vorwissen, Unsicherheit zu reduzieren und Komplexität schneller einzuordnen. Führungskräfte profitieren davon, wenn sie selbst – und mit ihren Teams, vielleicht in guten Workshops – klare mentale Modelle aufbauen: für Kommunikation, Entscheidungsprozesse oder Feedbackkultur.
🛠 7 Praxis-Impulse:
🌟 Visuelle Tools nutzen – Concept Maps, Systembrett oder Facilitape machen Zusammenhänge greifbar.
🌟Metaphernarbeit, Storytelling & Cases: Bilder bleiben besser haften als Fakten. Geschichten schaffen Resonanz. Echte Erfahrungen zu teilen verankert Wissen emotional und strukturell.
🌟Rituale & Routinen etablieren – Wiederholung schafft Sicherheit (z. B. Feedback-Formate, Entscheidungsprozesse).
🌟Analogien aufzeigen – Verbindung von Neuem mit Bekanntem erleichtert Verstehen.
🌟Team-Reflexion stärken – kollektives Lernen durch Reviews oder Learning Logs.
🌟Mentale Modelle (gemeinsam) visualisieren – z. B. mit How-we-work-Postern oder Lego Serious Play und gemeinsam eigene Modelle entwickeln. Ich liebe dafür auch die Hashtag 3dwelten
Doch aufgepasst:
So hilfreich Schemata sind – sie haben auch Schattenseiten.
Wenn sie zu stark automatisiert sind, schränken sie unsere Fähigkeit ein, neue Strategien zu entwickeln. Oder: wir übersehen Wichtiges oder Neues, weil es nicht ins bestehende Muster passen. Oder gehen in die Widerstand dazu.
🔄 Deshalb gilt: Schemata ja – und regelmäßig überprüfen!
Führungsalltag bedeutet heute: Zwischen Struktur und Neugier balancieren.
Mentale Modelle sind wichtig – solange sie uns nicht in Denk-Schubladen einsperren.
Wahrnehmungsschärfe und Reflexion machen den Unterschied.
Welche Erfahrungen hast du mit visuellem oder schema-basiertem Lernen in Veränderungen gemacht?
Hashtag Leadership Hashtag Neuropsychologie Hashtag Change Hashtag Lernen Hashtag Transformation