Ich gebe zu: Ja. Etwa 3 Prozent bin ich einfach neidisch auf unseren ältesten Sohn. Er ist gerade für ein Jahr in Canada nahe des Banff Nationalparks – und seit Sonntag flattern jeden Nacht die schönsten Fotos von dort auf unsere Handys, nicht wahr Florian? Zu über 90 Prozent überwiegt in mir (und uns) allerdings die pure (Mit-)Freude für ihn.

Und genau da liegt ein spannender Unterschied, den die Emotionsforschung klar zieht: Neid und Mitfreude (Positivitätsresonanz) sind zwei verschiedene Emotionen.

🔹 Neid entsteht im sozialen Vergleich. Er kann benigne wirken (Antrieb zur Selbstverbesserung) oder maligne (Missgunst, Abwertung). Studien zeigen: Ob Neid motiviert oder zerstört, hängt stark davon ab, wie wir ihn bewerten. Die 3 Prozent sind bei mir sicher benigne, wir denken zum Beispiel grad nach, in welche Natur der nächste Wochenend-Dachzeltausflug im September geht (ist halt dann norddeutsches Flachland 🌊 statt Rocky Mountains ⛰️, drückt mal die Daumen für gutes Wetter).

🔹 Mitfreude/Positivitätsresonanz hingegen stärkt nachweislich Verbundenheit, Gesundheit und Flourishing. Forschung von Barbara Fredrickson und Kolleg:innen zeigt: Schon kleine Momente geteilter Freude steigern die vagale Flexibilität und damit unsere Resilienz. Neuere Studien (Zhou et al. 2021) belegen sogar: Mitfreude lässt sich trainieren – durch kurze Übungen wie „Appreciative Joy“ oder einfache Fragen im Alltag.

Meine Lieblingsfrage dazu (inspiriert von Dr. Dirk W. Eilert ):
👉 Wann hast du dich zuletzt mit einer:m Kolleg:in mitgefreut?

Ich habe sie zuerst als normale Check-In Frage in meinen (Change-)Workshops eingesetzt – und mit der Zeit in der Erfahrung mit vielen unterschiedlichen Teams herausgefunden, dass sie auch noch hervorragend wie ein Lackmustest für Teamstimmung wirkt (aus meiner Sicht immer super, wenn ich gleich am Anfang schon mal mehr raushöre).
Wo Mitfreude präsent ist, spürt man Vertrauen, Offenheit – und Lust, sich gegenseitig wachsen zu sehen.

Und falls doch mal 3 Prozent Neid auftauchen? Dann darf er auch da sein – solange er nicht trennt, sondern uns zu eigenen Schritten inspiriert. Neben der norddeutschen Natur ganz klar: Der Flug nach Canada nächsten Juni ist definitiv schon mal gebucht 😉 und bis dahin erstelle ich mental eine neue Wanderliste…

Wie ist das bei dir: Wann war dein letzter Moment echter Mitfreude im Job?

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