Statt „Veränderung braucht starke Führung“ heisst es nun „Veränderung braucht starke Verbindungen“.
Ein aktueller Artikel (Changing Change: From Heroic Leadership to Collective Agency) im Journal of Change Management beschreibt unter anderem diesen Wandel im Wandel: Moderner Change geht weg von heroischen Leadern hin zu kollektiver Handlungsfähigkeit – also zu Organisationen, die gemeinsam denken, entscheiden und gestalten.

Ich liebe diesen Perspektivwechsel und nutze in meiner Arbeit gern diverse Co-Kreations-Formaten, Großgruppengestaltung und spannungsbasierte Resonanz. Sobald Macht, Verantwortung und Aufmerksamkeit verteilt werden, entsteht Bewegung. Weil viele Menschen das System gemeinsam gestalten.

🌍 Von der Heldenstory zur Co-Kreation
Führung braucht es weiterhin, nicht als Held, sondern als Fokus-, Ressourcen- und Raumgeber.
Ein Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden dürfen, wo Spannungen als Hinweis auf Entwicklungsenergie dienen.
In Workshops und Resonanz-Dialogen nutzen wir genau das:
Wir laden Spannungen ein, statt sie zu glätten.
Wir hören, was zwischen den Zeilen schwingt.
Und wir gestalten Strukturen, in denen Entscheidungen miteinander entstehen. Nicht über andere hinweg.

🧩 Wie für mich kollektive Veränderungsfähigkeit entsteht
1️⃣ Rahmen statt Rezepte.
Gute Change-Architektur schafft Spielräume – klare Orientierung außen, lebendige Dynamik innen.
2️⃣ Entscheidungen dort, wo Energie ist.
In spannungsbasierten Resonanzprozessen wird spürbar, wo der Impuls zur Veränderung wirklich liegt. Entscheidungen sollten dort fallen, wo sie nachwirken.
3️⃣ Struktur als Ermöglicherin.
Change-Strukturen sollen Resonanz und Handlungsfähigkeit zu fördern. Sie geben gleichzeitig Stabilität, damit Neues überhaupt entstehen kann.
4️⃣ Co-Kreation als Haltung.
Echte Beteiligung beginnt bei der inneren Bereitschaft, zur Gestaltung einzuladen.
🔁 Wenn Organisationen lebendige Systeme werden
Wandel gelingt, wenn Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen – nicht, weil sie „dürfen“, sondern weil das System es ermöglicht.

Wenn Strukturen, Kommunikation und Entscheidungsprozesse so gestaltet sind, dass unterschiedliche Perspektiven gehört und genutzt werden können, entsteht kollektive Intelligenz. Das ist Organisationsdesign. Change als gemeinsame Praxis.

„Collective Agency“ ist eine Einladung. An uns alle, Führung neu zu denken: weniger heroisch, dafür bewusster, verteilter und resonanter. Denn wenn viele Menschen gemeinsam Verantwortung tragen, wenn Spannungen gehört statt weggedrückt werden und wenn Strukturen Co-Kreation wirklich ermöglichen, dann verändert sich das System UND das Gefühl, darin zu wirken.
Wie schafft ihr Räume, in denen Wandel wirklich gemeinsam gestaltet wird?

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