Ab welchem Alter macht es eigentlich Sinn, ein Big-Five-Persönlichkeitsprofil zu erstellen? Und wie oft danach?

Die Big Five gelten als Goldstandard in der Psychologie. Wir setzen dafür im unternehmerischen Kontext den LINC Personality Profiler (LPP) ein, zum Beispiel in der Arbeit mit Führungskräften, Teams oder auch Azubis. Aber wie sieht das bei Jugendlichen aus?

Aus purer Neugier haben mein Sohn und ich es einfach mal ausprobiert. Vor allem, weil er bald mit 15,5 Jahren ins Ausland geht, Psychologie spannend findet und wir wissen wollten, wie sich so ein großer Schritt auf seine Persönlichkeit auswirkt. n=1 Forschung im Adler’schen Haushalt. Das LPP Sportlerprofil haben wir ihn für den Team-Leistungssport gleich mit ausspielen lassen.

Ist das überhaupt sinnvoll in dem Alter? Ja
🔬 Branje et al. (2017) zeigen: Ab etwa 16 Jahren stabilisieren sich die Big-Five-Persönlichkeitszüge bei Jugendlichen so weit, dass man aussagekräftige Analysen machen kann. Gerade in der früheren Pubertät kann noch vieles in Bewegung sein – hormonell wie sozial.
📈 Mit jedem Lebensjahr nimmt die Stabilität der Persönlichkeit deutlich zu – bis sie sich ab dem späten Teenageralter auf einem hohen Niveau einpendelt. (Roberts & DelVecchio, 2000).
Greischel et al. (2016) haben erforscht, dass Openness (Offenheit) und Agreeableness (Verträglichkeit) sowie Extraversion und Emotionale Stabilität bei Jugendlichen im Ausland stärker ansteigen als bei Gleichaltrigen daheim.

Ab ca. 16 Jahren können wir also Big-Five-Tests machen – und die Ergebnisse eher vorsichtig interpretieren.
Besonders spannend wird es, wenn wir Veränderungen über die Zeit verfolgen. Gerade nach Erlebnissen wie einem Auslandsaufenthalt kann das wertvolle Einblicke geben.

Und wie oft im Erwachsenenleben?
Viele fragen uns auch im Coaching, wie oft man so ein Big-Five-Profil im Erwachsenenleben machen sollte. Unsere Erfahrung:
Immer dann, wenn große Veränderungen anstehen oder man merkt, dass man irgendwie „nicht mehr so tickt wie früher“ (z. B. nach Jobwechsel, Führungsaufgaben, persönlichen Krisen oder neuen Lebensabschnitten).
Und spätestens alle paar Jahre lohnt sich ein Check-in, um eigene Entwicklungen wahrzunehmen und gezielt daran anzuknüpfen.

Bei Erwachsenen bleibt Persönlichkeit zwar stabiler als in der Jugend, aber sie verändert sich noch – gerade durch neue Erfahrungen oder Rollen im Beruf.

Wir setzen den LPP übrigens auch gemeinsam mit Kolleg:innen wie Tanja Herrmann-Hurtzig und Dr. Sylvia Loehken im Institut für Arbeitslust für unsere Kunden ein. Er kann helfen, die eigenen Stärken klarer zu sehen – und sich selbst treu zu bleiben für mehr Arbeitslust.
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👉 Habt ihr schon mal ein Persönlichkeitsprofil gemacht? Und wann habt ihr gemerkt, dass es sich verändert hat – beruflich oder privat?

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