Dreimal habe ich es schon geschenkt bekommen. Letzte Woche wieder. Und jedes Mal freue ich mich:
„Im Grunde gut“ von Rutger Bregman.

Ein Buch, das unsere tiefste Überzeugung hinterfragt:
„Sind Menschen eigentlich gut? Oder doch eher eigennützig, vielleicht sogar gefährlich?“

Ich empfehle es selbst oft, weil es ein Gegengewicht ist. Gegen Zynismus. Gegen den reflexhaften Ruf nach Kontrolle.
Und für etwas, das in Organisationen, Teams und Beziehungen so oft fehlt:
Vertrauen.

Vor kurzem hat mein Sohn, der gerade in einem kanadischen Bergforf lebt, eine Erfahrung gemacht, die ihn zum Nachdenken brachte.
Er war im lokalen Gym. Seine Sachen? Im Schrank. Unabgeschlossen, wie es dort üblich ist. Denn: Man vertraut einander (bei uns waren damals bei fast allen Häusern die Hintertüren offen, ein wirklicher Unterschied zum südlichen Nachbarstaat).

Allerdings, diesmal war es anders. Seine Sachen: Geklaut.
Und mit ihnen: ein Stück Naivität. Vielleicht auch ein bisschen seines sehr großen Weltvertrauen.

Vertrauen ist keine Garantie.
Es ist eine Entscheidung. Grad bei anderen Erfahrungen, sei es in der Kindheit oder im Lebem. Und es ist eine Vorschussleistung. Gerade in der Führung.

Ich sage oft: Führungskräfte müssen zuerst das Vertrauen geben, damit sich der Raum füllen kann.
Nicht blind, nicht naiv. Aber bewusst.

Denn Misstrauen schützt vielleicht vor Enttäuschung und verhindert gleichzeitig Verbindung.
Und ohne Verbindung gibt es keine echte Zusammenarbeit, kein gemeinsames Lernen. Die Frage ist, welchen kleinen Schritt kannst du tun, um etwas mehr zu vertrauen und es möglich machen? Was fühlt sich grad so noch sicher an? Gerne verbunden mit einem echten kleinen Schritt im Raum.

Auch Rutger Bregman zeigt in seinem Buch:
Menschen sind, statistisch, historisch und neurobiologisch betrachtet, kooperativer, hilfsbereiter und vertrauenswürdiger als wir glauben. Wir brauchen gute Bedingungen. Und Vorbilder.

Neuere Studien zeigen übrigens fürs Team: Vertrauen und kooperatives Verhalten entwickeln sich über Interaktionen hinweg und hängen ab auch von sozialen Fähigkeiten wie Perspektivübernahme, Empathie und Reziprozität. Sprich: Vertrauen baut sich nicht nur auf, es entsteht dynamisch im Kontakt mit anderen.

Ich glaube übrigens nicht, dass mein Sohn sich jetzt ein Schloss kauft. Denn: Seine Sachen sind nach einer Odyssee mit Polizeianzeige nach mehreren Tagen beim Lost & Found wieder aufgetaucht. Vollständig. Wie die der anderen Schrankinhaber auch.
Vielleicht nimmt er zumindest seine Kreditkarte künftig mit aufs Laufband.

Vertrauen lernen wir nicht durch Theorien, sondern durch Erfahrungen. Wir können alte Erinnerungen nicht löschen. Nur mit neuen überschreiben.

Und die Frage ist:
👉 Was brauchst du, um (wieder) mehr zu vertrauen, dir selbst, anderen, der Welt?

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