Wenn wir Veränderung wollen, müssen wir dort anfangen, wo sie verarbeitet wird: im Gehirn. Das Problem: Unser Gehirn ist bequem. Es liebt Routinen, Energiesparen und Vorhersehbarkeit. Viele Hirnzentren reagieren auf Veränderungen erstmal mit Abwarten, Bitte-nicht, oder: morgen-vielleicht. Die gute Nachricht, wir haben auch Hirnzentren, die Veränderungen neu, aufregend und spannend finden (um die geht es hier grad nicht). Ein probater Trick Veränderungen leichter zu machen: Wiederholung. Auch und vor allem in der Change-Kommunikation.
Oder wie Hans-Joachim Dr. Gergs schon in seinem sehr wertvollen Buch „Die Kunst der kontinuierlichen Selbsterneuerung“ sagte: „Overcommunicate. And then do more.“ (📕Tipp für alle, die Veränderungen führen oder begleiten.)
Unser Gehirn ist auf Wiederholung angewiesen, um Informationen dauerhaft zu lernen und damit in sich zu integrieren. Der Neurotransmitter Glutamat aktiviert dabei bestimmte Rezeptoren – aber nur, wenn eine Reiz wiederholt oder gleichzeitig von mehreren Seiten kommt. Erst dann wird die Info abgespeichert, ein zentraler Mechanismus beim Lernprozess (Long-Term Potentiation). Übertragen auf Kommunikation könnte man also sagen: Einmal sagen reicht nicht. Zweimal auch nicht. Fünfmal? Vielleicht.
Pro-Tipp: Emotionen wirken im Lernprozess wie ein Turbo. Sie verstärken ihn und helfen, Informationen ins Langzeitgedächtnis zu überführen. Was emotional aufgeladen ist – bleibt. Darum erinnern wir oft ganz genau, wie es sich anfühlte, nicht nur, was gesagt wurde. Oder wie Maya Angelou sagte: „People will forget what you said, people will forget what you did, but people will never forget how you made them feel.“
Daraus ergibt sich für wirkungsvolle Change-Kommunikation ein paar Tipps:
✅ Wiederhole dich bewusst – mehr als dir selbst lieb ist.
✅ Nutze Multiplikator:innen – ein Thema wirkt stärker, wenn es aus verschiedenen Ecken gleichzeitig kommt.
✅ Nutze Bilder, Geschichten und persönliche Erfahrungen.
✅ Kombiniere Kanalvielfalt mit emotionaler Ansprache. Gerne verbunden mit angenehmen Emotionen, wenn machbar.
✅ Hab Geduld.
✅ Erzeuge gegenseitige Resonanz im Dialog.
Ich sage meinen Kund:innen oft: „Wenn du denkst, du bist zu repetitiv – bist du vermutlich gerade erst auf Sendung. Wenn es dir schon zum Hals raushängt, dann kommt es vielleicht grad an.“ Nicht zu vergessen: wir konkurrieren natürlich auch noch mit vielen anderen Informationen.
Das Thema ist noch viel vielschichtiger und tiefer. Dennoch: die Tipps wirken aus meinen Erfahrungen und einfach mal machen umsetzen bewegt schon so einiges.
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